„Everything for the cat“ – Schnitzer bei Marketing-Übersetzungen

Sie haben ein tolles Produkt auf den Markt gebracht, die Kunden reißen sich um Sie, und jetzt – es ist schließlich das Zeitalter der Globalisierung – soll Ihr Produkt auch im englischsprachigen Raum angeboten werden. Marketingmaterialien müssen also ins Englische übersetzt werden. Dafür können Sie – wie viele andere vor Ihnen – z. b. „Google Translate“ benutzen. Diese Lösung bietet sich vor allem dann an, wenn Ihnen der Eindruck, den Sie auf Kunden machen, egal ist, und Sie eigentlich sowieso keinen Wert darauf legen, Ihre Produkte auf dem anglophonen Markt zu vermarkten. In dem Fall brauchen Sie jetzt auch nicht weiterzulesen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich auf das Schulenglisch eines Freundes verlassen, der mal in England Schüleraustausch gemacht hat. Der kann das bestimmt gut, denken Sie sich, und zur Not können Sie ja auch noch etwas Englisch, wird also schon irgendwie hinhauen, denn „Englisch spricht doch jeder“ – denken zumindest viele Deutsche! Ein Fehlurteil, denn in dieser Annahme passieren ja auch gerne Politikern mal böse Patzer.

Heraus wird dann wahrscheinlich so etwas kommen, was man – leider – selbst in namhaften Einrichtungen und Publikationen sieht. Da macht der Unternehmensberater schon einmal eine makabre Karriere zum „Undertaker Consultant“ (Undertaker = Bestatter, Totengräber – ja, alles schon dagewesen!), und der Betreiber eines Shops für Mobiltelefone nennt sich „Handyman“ (= Mädchen für alles), was ihm bei englischsprachigen Kunden nicht unbedingt die Aufträge generieren wird, die er sich vorgestellt hat! Die liebliche Beere Ihres Spitzenweins wird als „lovely bear“ angepriesen – auch sehr nett, nur dass jeder Engländer denken wird, dass Sie ihm einen Bären aufbinden, und damit hätten Sie sich einen schönen Bärendienst erwiesen! Auch wenn die schattigen Plätze Ihres idyllischen Heimatstädtchens als „shady places“ beworben werden, wird das den amerikanischen Touristen eher dazu bringen, mit hochgefahrenen Fensterscheiben in großem Bogen um Ihr Dorf herumzufahren – nur, um sich im Nachbardorf in einem internationalen Restaurant die „Acht Kostbarkeiten“ schmecken zu lassen, die dem englischsprachigen Publikum hier – weltoffen, wie man eben sein will – als „Eight Valuables“ verkauft werden. Ob unser Amerikaner enttäuscht sein wird, wenn er keine Kreditkarten, Schmuckstücke und Kameras serviert bekommt?

Leider springen vor allem Hotels und Restaurants auf den „Geiz ist Geil“-Zug auf. Durch schlechte Übersetzungen erwecken Sie jedoch (nicht nur) bei Ihren englischsprachigen Gästen den Eindruck, dass Sie sich entweder finanziell schlecht stehen und sich keinen professionellen Übersetzer leisten können, oder dass Sie Ihre Gäste schlicht und einfach nicht ernst nehmen. Auch in anderen Bereichen wie etwa im Software-Vertrieb findet man immer wieder grobe Schnitzer, was Übersetzungen ins Englische betrifft- versetzen Sie sich mal in Ihre Kunden hinein: Ihre Website/Broschüre ist Ihre Bewerbung! Sind Rechtschreibfehler, ungeschickte Formulierungen (die kein Muttersprachler machen würde) oder gar Fehlübersetzungen enthalten, erwecken Sie den Eindruck, den Deal mit Ihrem potentiellen Kunden gar nicht zu wollen, da Sie Ihre Bewerbung offensichtlich zwischen Tür und Angel hingeschludert haben. Ihre Expansion ins Ausland wäre beendet, bevor sie überhaupt angefangen hat!

Übersetzungen im Bereich Marketing und Werbung – und ja, auch eine Speisekarte ist Marketing! – sind keine technischen Übersetzungen. Man kann nicht Wort für Wort übersetzen. Für eine Übersetzung im Bereich Marketing braucht es nicht nur exzellente Kenntnisse der Quell- und Zielsprache – etwas, was man nur erwerben kann, wenn man in den entsprechenden Ländern studiert und/oder gearbeitet hat. Der Marketing-Übersetzer muss auch in Fragen zu Stil, Symbolismus, Redewendungen, Humor sowie den kulturellen Befindlichkeiten und Geschäftspraktiken des Ziellandes zu Hause sein. Werbung spricht das Unterbewusste, die Psyche an. Nur derjenige, der das Land des Zielpublikums in- und auswendig kennt, weiß, wie man Werbung so formuliert, dass sie auch im Ausland den Nagel auf den Kopf trifft.

Ihr Produkt und Ihre Dienstleistungen sind einzigartig und haben einzigartiges Marketing verdient – auch und gerade kulturübergreifend! Bedenken Sie, dass eine schlechte Übersetzung Ihrer Marketingmaterialien Ihnen auch den Ruf bei deutschen Kunden kosten kann. Tun Sie sich und Ihrem Produkt den Gefallen und lassen Sie Ihre Broschüren, Flyer, Newsletter etc. von denen übersetzen, die sich mit den sprachlichen und kulturellen Gegebenheiten Ihres Zielmarkts  auskennen,  nämlich qualifizierten Übersetzern mit Auslandserfahrung und Marketing-Hintergrund! Ein guter Marketing-Übersetzer nimmt sich die Zeit, Ihnen zuzuhören und Ihr Produkt so zu vermarkten, dass die gewünschte Zielgruppe erreicht wird. Das Honorar für einen guten Übersetzer ist keine Ausgabe, es ist eine Investition in die Zukunft!

Nathalie Klepper, Übersetzerin Englisch-Deutsch für Marketing bei “Total Translations”
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